Projektbeschreibung

Gentechnikfreie Region Chiemgau-Inn-Salzach


Keine Gentechnik!

Das Projekt "Gentechnikfreie Region Chiemgau-Inn-Salzach" verfolgt das Ziel, allen Bevölkerungsgruppen weiterhin die Möglichkeit zu geben, gentechnikfreie Nahrungsmittel herzustellen und zu konsumieren. Und das nicht nur, weil wir den Beteuerungen der Gentech-Industrie, ihre Produkte seien sicher, skeptisch gegenüber stehen. Sondern auch, weil es langfristig wenig Sinn macht, in einer kleinstrukturierten, bäuerlichen Landwirtschaft zu versuchen, den großen Konkurrenten aus anderen Teilen Europas durch die Produktion von Massenware hinterher zu hinken. Vielmehr liegt die Stärke unserer Region in der Herstellung von hochwertigen –gentechnikfreien – Lebens-Mitteln, die diese Bezeichnung verdienen; aus einer gesunden und nachhaltigen Landwirtschaft.

Mittlerweile haben sich 50 Regionen in Deutschland zu gentechnikfreien Regionen zusammengeschlossen – weil sie dies als einzig gangbaren Weg für ihre Region sehen.

Die Gentechnikfreie Region Chiemgau-Inn-Salzach ist das Ziel

Dafür sind als erster Schritt die Bäuerinnen und Bauern in der Region gefordert – sie können mittels einer freiwilligen Selbstverpflichtungserklärung deutlich machen, dass sie wissentlich kein gentechnisch verändertes Saat- und Pflanzgut einsetzen wollen.
Im zweiten Schritt sollen diejenigen Bäuerinnen und Bauern, die in der Fütterung ihrer Tiere auf gentechnisch veränderte Komponenten verzichten wollen, Unterstützung erhalten.
Die Koordinationsstelle der Gentechnikfreien Region Chiemgau-Inn-Salzach versucht, dieses Engagement der Bäuerinnen und Bauern zu unterstützen, indem sie flächendeckend Anbieter von gentechnikfreiem Saat- und Pflanzgut und Futtermitteln sucht und bekannt macht. Anbieterlisten stehen zum Herunterladen bereit. Wir aktualisieren die Liste regelmäßig und nehmen auch gern neue Anbieter mit auf.
Um langfristig die gentechnikfreie pflanzliche und tierische Produktion in der Region zu sichern, sind auch Lebensmittelverarbeiter und der Handel gefragt. Und natürlich jede und jeder einzelne von uns, der mit seiner täglichen Kaufentscheidung bestimmt, welche Produktionsmittel auf den Höfen eingesetzt werden.

Warum Gentechnikfreie Region Chiemgau-Inn-Salzach?

Aus ökonomischen Gründen

  • Die „Koexistenz“ von Gentech-Landwirtschaft mit der gentechnikfrei produzierenden Landwirtschaft kann nicht sichergestellt werden. Durch Auskreuzung, Vermischung (Landwirtschaftlicher Betrieb, Maschinenringe, Erfassungshandel, Weiterverarbeitung) und Durchwuchs ist die gentechnikfreie Landwirtschaft massiv gefährdet.
  • Es wird zu erheblichen Zusatzkosten kommen (Probenahme, Analyse, Kontrolle, Beratung, Versicherung, Rechtshilfe).
  • Bei einer Ablehnung der Gentechnik bei der Lebensmittelherstellung bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern von 70-80 Prozent gibt es beim Einsatz von Agro-Gentechnik Marktrisiken (Imageschaden, Verlust von Handelspartnern, Rückrufaktionen).
  • Durch den Anbau genmanipulierter Pflanzen sind Wertverluste des Eigentums an Grund und Boden zu befürchten (Grundstücke, die GVO - kontaminiert sind).
  • Die Abhängigkeit der Bäuerinnen und Bauern von der Industrie wächst (Saatgut und Herbizid im Paket, Patentgebühren).

Aus sozialen Gründen

  • Die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher, weiterhin gentechnikfreie Lebensmittel zu kaufen, wird nur durch die Gentechnikfreie Region sichergestellt.
  • Die Wahlfreiheit der Bäuerinnen und Bauern wird durch den Einsatz der Agro-Gentechnik beschnitten. Es bestehen erhebliche Bedenken hinsichtlich der freien Berufsausübung von Bauern, Imkern, Gärtnern, Schäfern, Jägern und weiteren Landnutzern.
  • Durch die Unmöglichkeit der „friedlichen Koexistenz“ ist auch der Dorffriede bedroht – manche sprechen vom zu erwartenden "Krieg auf den Dörfern".

Aus ökologischen Gründen

  • Die Auswirkungen der Agro-Gentechnik auf Natur und Umwelt sowie auf die Arten- und Sortenvielfalt sind nicht abschätzbar. Ökologische Wechselwirkungen sind weitgehend unbekannt.
  • Die Rückholbarkeit möglicherweise gesundheitsschädlicher gentechnisch veränderter Pflanzen ist unmöglich.
  • Gesundheitsrisiken durch Produkte aus genmanipulierten Organismen bei Mensch und Tier sind nicht auszuschließen.

Die Nachteile der Agro-Gentechnik übersteigen den Nutzen für die Land- und Lebensmittelwirtschaft.
Daher muss das Ziel sein, die gentechnikfreie Landwirtschaft sicherzustellen. Daran arbeiten wir!

Kontakt Projektkoordination

Projektzeitraum: 06.04.2004 – 31.12.2005